Das Fach Sozialwissenschaften (SoWi) setzt das aus der Sekundarstufe I bekannte Fach Politik in der Oberstufe fort, jetzt - wie alle Fächer in der Sekundarstufe II - mit ausgeprägter Ausrichtung auf die dem Fach zu Grunde liegenden Wissenschaften.

Das Fach Sozialwissenschaften ruht auf drei wissenschaftlichen Säulen: Ökonomie/Wirtschaft beschäftigt sich mit der Frage, wie menschliche Bedürfnisse entstehen und optimal befriedigt werden können. Soziologie geht der Frage nach, welche Gesetzmäßigkeiten das menschliche Zusammenleben und Handeln beeinflussen. Politologie/Politikwissenschaft untersucht, wie und von wem Macht ausgeübt wird und ob diese Macht gerechtfertigt ist. Im Schulunterricht werden diese Fragestellungen an aktuellen Fällen untersucht; dabei geht es neben der Erarbeitung der verschiedenen Aspekte des Falls immer auch darum, eine eigene begründete Meinung zu entwickeln und zu vertreten. Wer sich für das aktuelle Geschehen um sich herum interessiert, dessen Hintergründe erforschen und die eigene Meinung dazu entwickeln und vertreten möchte, wer diskussionsfreudig ist, der wird in SoWi erfolgreich sein.

Auf eine Besonderheit sei noch hingewiesen: Sozialwissenschaften ist wie Geschichte ein herausgehobenes gesellschaftliches Fach: wie in allen anderen Fächern kann man Leistungs- und Grundkurse belegen; viele Schülerinnen und Schüler wählen es als 4. (mündliches) Abiturfach. Doch muss das Fach Sozialwissenschaften (wie auch Geschichte) in den Jahrgangsstufen Q1 und Q2 mindestens zwei Halbjahre lang belegt werden (entweder Grundkurse ab Q1 oder Zusatzkurse in Q2). Die Gründe sind klar: Sozialwissenschaften beschäftigt sich mit den Grundlagen der menschlichen Gesellschaft; wer Sozialwissenschaften versteht, weiß, wie die Gesellschaft, die Umwelt funktioniert, und besitzt das Rüstzeug, sich dort zu bewähren. Berufsfelder wie Öffentliche Verwaltung, Management, Medien/Journalismus, Rechtsprechung, Medizin setzen Kenntnisse zumindest in Teilbereichen der Sozialwissenschaften voraus.